Ux und UI ist doch das Gleiche oder etwa nicht?!!

Was ist User Experience und Usability eigentlich und wo liegt der Unterschied?

Nicht das erste Mal höre ich von einem Kunden, dass User Interface Design und User Experience Design doch eigentlich das Gleiche ist. Und jetzt, denke ich insgeheim, wäre der richtige Zeitpunkt zu gehen. Denn wenn die Unterschiede nicht bekannt sind, gibt es bei solchen Kunden meist Probleme, welche Zeit, Budget und Nerven kosten! Doch jetzt mal ganz im Ernst. Viele wissen nicht wo der Unterschied liegt. Wird dann noch Usability mit User Experience Design gleich gesetzt, sollten die Unterschiede nochmals aufgezeigt werden.

Um diesem Zustand Abhilfe zu schaffen habe ich diesen Artikel, der nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt (Ich bin auch nur ein Mensch), verfasst. Also starten wir mit der ersten Frage ohne Telefon- und Publikumsjoker:

 

Was ist Usability und was User Experience bei einem Produkt?

Um diese Frage zufriedenstellend zu beantworten sollten wir uns erst einmal mit der Definition von Beidem befassen. Da Beispiele einfacher nachzuvollziehen sind, nehme ich die schon bekannte Kaffeemaschinen-Thematik, um ihnen die Definition näher zu bringen:

Usability – Gebrauchstauglichkeit:

Ok was versteht man unter Usability, wenn ich aus der ISO dazu rezitieren darf:

„Ausmaß, in dem ein interaktives System durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um festgelegte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.“

Doch was bedeutet das im Klartext? Nehmen wir noch einmal das Beispiel der Kaffeemaschine. Die direkte Interaktion mit dieser Maschine zählt zur Usability.

⇒ Sprich, wenn ich Kaffee und Wasser hinein gebe, den Schalter betätige, das Mischverhältnis einstelle usw. … betrifft das alles die Usability.

Wie der Kaffee schmeckt oder ob ich Spaß an der Funktionsweise, dem Design oder der Lautstärke bei der Zubereitung habe, gehört nicht dazu. Eigentlich mit so einer Veranschaulichung logisch, oder?

User Experience – Benutzererlebnis (Joy of use):

 Aber was versteht man nun unter User Experience? Ganz einfach:

 „…hierunter versteht man nicht nur die Erfahrung die ein Benutzer mit dem Produkt an sich, sondern als ganzheitlichen Ansatz mit allen Erfahrungen die in einem Zusammenhang mit dem Produkt stehen, gemacht worden sind.“

 Am Beispiel der Kaffeemaschine heißt es:

⇒ Das Design, die Funktionalität bei der Kaufentscheidung, der Geruch des gemachten Kaffees, die Reinigung des Gerätes, das Geräusch bei der Zubereitung, der Geschmack, usw. Dies alles beeinflusst die Benutzererfahrung (User Experience).

Wir halten also fest:

Die User Experience schließt also die Usability mit ein, besteht aber aus allen gemachten Erfahrungen mit einem Produkt. Hingegen beschränkt sich die Usability nur auf die Gebrauchstauglichkeit des Produkts.

So, ich hoffe ich konnte dem Leser den unterschied zwischen Beidem nahebringen. Doch steht noch die Aussage mit dem UI Design im Raum, die ja letztendlich der Grund war wieso Sie diesen Artikel angeklickt haben. Meist wird heutzutage der Zusatz UX Designer bei vielen Designern mit aufgeführt, da das Thema Benutzererfahrung gerade richtig groß im Kommen ist und man sich dadurch mehr Kunden erhofft. Doch leider erfüllen viele nicht die Qualifikation, um auch als UX Designer arbeiten zu können. Doch beruht das oben angesprochene Problem meist auf zwei Punkten, die ich ihnen kurz näher bringen will:

Punkt 1: Design Thinking statt User Centered Design

Ein Designer, geht meist mit einem Design Thinking Ansatz an das zu entwickelnde Produkt. Klar wird er Gestaltungsregeln und Design Pattern beachten, doch wird das Design oft an erste Stelle gestellt. Bei diesem Ansatz wird der Benutzer meist außen vor gelassen, was dazu führt, das die Benutzbarkeit und das Benutzererlebnis darunter leiden.

 Jetzt bitte nicht falsch verstehen, Design und Ästhetik sind sehr wichtig, da in den ersten 50 Millisekunden von uns entschieden wird, ob wir einen Webauftritt interessant finden oder ob wir die Seite gleich wieder verlassen. Passt das Design nicht, hilft die beste Benutzbarkeit nichts, da keiner mehr da ist, der sie auskosten kann.

Punkt 2: Methodik und belegbare Theorie, statt Bauchgefühl

Meist fehlt es am Basiswissen über Usability & User Experience und man entscheiden aus dem Bauch heraus. Doch es gibt eine Anzahl an Regeln und Pattern, die für diesen Bereich erarbeitet wurden und Verbände, wie der GERMAN UPA, arbeiten unter anderem weiter daran, dieses Wissen noch zu vertiefen. Es gibt Zertifizierungen zum Usability und User Experience Professional, welche dem Kunden eine Sicherheit geben, dass der betreffende Designer weiss worüber er da eigentlich spricht. Diese werden von den Verbänden immer weiter ausgebaut und helfen somit die Qualität der zertifizierten UX Professionals immer weiter zu verbessern.

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